Zeit für Herz und Seele

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Gerade in der heutigen Zeit der Coronapandemie ist es eine Gabe mit der uns geschenkten Zeit, achtsam, dankbar und kreativ umzugehen. Denn sie ist und bleibt das Geheimnis des Lebens.
Doch wie schwer das ist, erleben wir täglich. Denn die Menschen wissen nicht mehr mit ihr umzugehen. Ist man am Arbeiten, wünscht man sich Freizeit. Hat man Zeit wie jetzt wünscht man sich Arbeit.

Ich glaube jede Epoche, jedes Land hat seine eigenen spezifischen Hintergründe zur Beweltigung des Lebens. Und ich bin davon überzeugt, das in allen Zeiten eine gefährliche Substanz existierte und weiter existiert, die unsere Gesellschaft, und letztlich uns selbst immer wieder zu zerstören versucht. Es sind die Gier, die Macht nach Ruhm und Herschsucht, die Angst und ganz besonders die Zeit, die uns symbolisch die Luft zum atmen nehmen. Ein Teufelskreis, der dazu führt, das wir die Schöpfung und unseren Sinn des Lebens nie aus den Augen verlieren dürfen

Deshalb ist es so wichtig, sich einmal Zeit zu nehmen. Einkehr zu halten, und das Leben Revue passieren zu lassen. Zu schauen, habe ich alles richtig gemacht? Bin ich glücklich?

Ja — und wann tue ich das? Genau jetzt.?!!!

Und in diesem Moment der Ruhe und Stille nehme ich meinen Atemrhytmus wahr. Das Heben und Senken meines Brustkorbs, im Einklang mit meinem Körper, Geist und Seele. Und mir wird auf einmal bewusst, wie sehr ich diesbezüglich in der Oberfläche meiner Wahrnehmung und Achtsamkeit war und bin. Und ich glaube zu wissen, das es auf unser modernes „Zeiterleben“ zurückzuführen ist, welches geprägt ist, von künstlicher Knappheit, Einschränkung, Hochgeschwindigkeit und dem Verlust unserer menschlichen Werte.
Sich Zeit nehmen ist in unserer Gesellschaft das höchst Gut geworden. Doch wer hat sie? Jeder wünscht sie sich, aber keiner nimmt sie sich.
Zeit ist zum größten Rätzel des Kosmos motiert; und gehört einerseits zu den vertrautesten, andererseits zu den am wenigsten verstandenen Begriffen der Menschheit.
Wir sagen: „Die Zeit fliegt uns davon! Zeit ist Geld!; versuchen sie zu sparen, und ärgern uns, wenn wir sie vergeuden.
Aber wir wissen nicht, was Zeit wirklich ist. Wir grübeln und denken seit Jahrhunderten darüber nach, suchen Antworten auf offene Fragen und Konzepte, den Begriff Zeit wissenschaftlich erklären zu können und erkennen nicht, das Zeit letztlich ihre eigene Magie hat. Einerseits eine menschliche Erfindung, als gemessene Zeit, andererseits als gefühlte Zeit, die in unserer Erinnerung als ein Nichts oder als Ewigkeit zurück bleibt. Letztlich hängt unsere Wahrnehmung von Wirklichkeit und Zeit viel mehr von der Intensität des Erlebten ab und den damit verbundenen Emotionen, die unser Zeitgefühl prägen.
Das bedingt, das wir durch die Geschwindigkeit, Raumfahrt, Internet, etc die Welt und uns selbst aus den Augen verlieren werden. Und eines Tages wird es vielleicht unser Raum-Zeit Gefühl nicht mehr geben, da sich laut Wissenschaft neue Dimensionen eröffnet haben, und wir dann wie eine Katze in den Zeiten wie Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft wandeln können.
Mit dem Kopf sind wir ja schon fleißig dabei. Dadurch sind wir aber auch nicht in der Lage zu erkennen, das wir Zeit nur positiv erleben können – im Hier und Jetzt – so wie in diesem Moment der Meditation. Wo wir nur für uns da sind, für uns Zeit nehmen und uns dadurch wertvoll machen, und unser Selbstwertgefühl steigern und stärken. Nehmen wir uns also Zeit, schenken wir uns auch mal Mußestunden, sie tragen zu unserer Entwicklung bei, machen uns geduldiger, gründlicher in unserer Wahrnehmung und führen dazu unser Gefühl für Gründlichkeit, Gerechtigkeit und Verantwortung klarer zu entwickeln und zu leben.

Im Umkehrschluß bedeutet es aber für uns in unserer heutigen High-Speed Gesellschaft, die geprägt ist von Smartphone, Handy und Laptop, überall rund um die Uhr, zu jeder Tag und Nachtzeit verfügbar zu sein. So hetzen wir durch die Welt, den Adrinalin immer am Limit, im Glauben wir wären für die Gesellschaft unverzichtbar. Das es anders gehen kann zeigte uns einmal mehr die Coronaekriese.
Wie sehr wir dieser Tretmühle verfallen waren und bald auch wieder sein werden, zeigt der häufige Wechsel im Job, Arbeitgeber, dem Wohnort und letztlich immer öfter auch dem Partner. Das alles unter der Prämisse, der Schnelle frist den Langsamen. Unter welchen Opfern und Wertverlusten?! Einmal ganz davon abgesehen, dem höchsten Gut der Schöpfung der Liebe und Nächstenliebe. Und wir erkennen nicht, das wir selbst dabei auf der Strecke bleiben. Da unser Alltag und Leben stets voll gefüllt ist, nur eben nicht erfüllt. Vieles im Leben geht uns dadurch verloren und fast alles zu schnell vorbei. Und kommen wir wirklich mal zur Ruhe, können wir mit dieser gewonnenen Zeit nichts anfangen. Uns ist langweilig und wir versuchen die Zeit tot zu schlagen. Wir haben uns und unserer Seele den Sinn des Lebens entrissen. Doch wer von uns weiß schon etwas; von besagtem Sinn des Lebens. Der Quelle der Liebe und des Lichtes. Wo Raum und Zeit aufgehoben sind, der Mensch glücklich und gesund ist.
Ich begehre die Zeit zu sehr, um ihr Wesen zu verfälschen. Ich hatte sie isoliert, indem ich mich unter Druck setzte und Stress aufbaute. Hatte sie ignoriert, wenn sie mir Ruhe vergönnte. Ich habe ihre Wirklichkeit geleugnet, weil ich nicht erkannte, wann sie mir nutzt, mich zur Heldin, zum Helden erhebt; oder mir schadet, wenn sie mich zum Statisten degradiert, auf der Verliererspur.
Ich kann nicht leugnen, das die Zeit mir ab und an meine Sinne benebeln, aber gleichzeitig Klarheit und Klarsicht verschaffen kann. Deshalb ist sie für mich heute nicht dazu geschaffen erkannt zu werden. Sondern vielmehr erfühlt und erlebt, ausgespäht, gefühlt und erfahren zu werden.
Wer das erkennt, der weiß, das jede Analyse von Zeit eine Entweihung zur Folge hätte. Eine Entweihung seiner Selbst, von Gott und der Schöpfung. Denn in IHR ist alles gegeben. Der Zyklus von Tag und Nacht, den Jahreszeiten, Ebbe und Flut, den Kosmischen Gesetzen und letztlich dem Lauf des Lebens. Die Zeit, die alles bestimmet, Leben und Tot, Anfang und Ende umfasst das große Geheimnis der gesammten Schöpfung. Die Tür dahin zu Glück, Zufriedenheit und Freude wenn ich sie öffne, richtig nutze und dann in Liebe lebe, zu mir selbst meinem Nächsten und zu Gott, erfüllt Herz und Seele fürs ganze Leben.
In diesem Sinn mache ich mich auf den Weg, zurück ins Hier und Jetzt mit der Erkenntnis wie wertvoll Zeit ist, wenn ich sie mir nehme, inne halte auf meinem Pilgerpfad durchs Leben, um einfach nur glücklich zu sein.